Geschichte

Die Idee der Einfamilienhaussiedlung
Beeinflusst von den Anfängen der Gartenstadtbewegung und von den Ideen der Bodenreformbewegung, gründeten die Papierfabrikanten Anna und Richard Zanders im Jahre 1897 die private Stiftung Einfamilienhaussiedlung Gronauerwald. Mit einer Einfamilienwohnhaussiedlung sollten in der jungen Stadt Bergisch Gladbach jene stadtplanerischen Missstände verhindert werden, wie sie in anderen Städten der Hochindustrialisierungsphase beobachtet wurden.

Vielerorts entstanden Massenmietswohnhäuser mit Etagenwohnungen. Anna und Richard Zanders befürchteten hierdurch einen “Verfall der Sitten, da die alte Tradition des Alleinwohnens durchbrochen wurde. Zudem sollten mit dem geförderten Eigenheimwohnbau Mitarbeiter der Firma Zanders an die Produktionsstätte Gohrsmühle gebunden werden.

Finanzierung der Wohngebäude
Auf Initiative Richard Zanders nahm die Stadt Bergisch Gladbach im Jahr 1900 einen Kredit von 200.000 Mark für Bauzwecke bei der Landesversicherungsanstalt Rheinprovinz auf. Die bewilligten Mittel wurden zum Bau von Einfamilienwohnhäusern in Bergisch Gladbach bereitgestellt und an Bauwillige als Hypothek vergeben. Zudem schuf die Firma Zanders ihren Mitarbeitern weitere Anreize, Wohnhäuser zu errichten. Bauinteressierte, welche sich das übrige Baukapital bei der Stadt Bergisch Gladbach geliehen hatten, konnten als zweite Hypothek eine Summe von bis zu 1000 Mark leihen.

Bedingungen für die Kreditvergabe
Hypothekenschuldner, welche bei der Stadt Bergisch Gladbach Darlehen zum Bau von Einfamilienhäusern erhielten, wurden verpflichtet, Bedingungen auf das Wohnhaus eintragen zu lassen. Mit diesen Beschränkungen sollte der Charakter als Arbeiterwohnsiedlung erhalten werden. Ohne Genehmigung durften keine Neubauten, Anbauten und Aufbauten errichtet werden. In den Häusern durften nur Arbeiter oder ihnen gleich gestellte Personen wohnen, pro Einfamilienhaus durfte nur eine Familie einziehen. Es war nicht gestattet, Kostgänger ohne Genehmigung des Gläubigers aufzunehmen, zudem war der Wirtschaftsbetrieb ohne Einwilligung des Hypothekengläubigers untersagt.

Weitere Einzelheiten zur Historie finden sich auch im vom Freundeskreis initiierten Gutachten des Architekturbüros Vogt-Werling, Teil 1, PDF Download 4,5MB

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