Erhaltung

Nach Eva Kistemann (2000) ist der herausragende städtebauliche Wert der „Gronauer Waldsiedlung durch die Geschlossenheit der Anlage sowie ihrer sozialen und baugeschichtlichen Bedeutung für Bergisch Gladbach begründet.
Die gestalterische Gesamtkonzeption des Gartenarchitekten Albert Brodersen ist auch heute noch in ihren Grundzügen in der Siedlung erlebbar. Insbesondere die großzügigen Grundstückszuschnitte sowie die parkartige Anlage des Wohngebietes mit den in die Bebauung integrierten Bäumen verleihen der Siedlung auch heute noch einen hohen Wohnwert. Darüber hinaus achteten die Gründer der Siedlung auf eine qualitativ hochwertige architektonische Gestaltung der Wohngebäude. Insbesondere hier sind heute die Potentiale der Gronauer Waldsiedlung zu sehen.
Als problematisch ist jedoch in einigen Bereichen der Siedlung der individuelle Umbau von Wohnhäusern zu betrachten: Sprossenfenster wurden durch ungeteilte Normfenster ersetzt; die Fassaden der Wohnhäuser wurden mit Wärmedämmsystemen und Verkleidungen verändert, es wurden Anbauten errichtet, die nicht zu dem ursprünglichen Baukörper passen. Durch Sanierungsarbeiten wurde das ursprüngliche Erscheinungsbild vieler Gebäude verändert.

Schutz und Erhaltung in der Gronauer Waldsiedlung

Aktuell existiert für die Gronauer Waldsiedlung kein Schutzkonzept zur Erhaltung der historischen Bausubstanz und des Erscheinungsbildes der Siedlung. Derzeit sind lediglich zehn Häuser als Baudenkmäler eingetragen. Durch den Schutz einzelner Wohnhäuser ist die Erhaltung des ursprünglichen Gesamtcharakters des Wohngebietes nicht zu gewährleisten. Um einer weitergehenden Veränderung vorzugreifen ist es wichtig, ein denkmalpflegerisches Schutzkonzept zu entwickeln, um den Charakter und die Eigenart der Siedlung zu bewahren.

Denkmalschutz in der Gronauer Waldsiedlung

Zu diskutieren ist hierbei, ob hinsichtlich der Erhaltung des Siedlungsbildes in der Gronauer Waldsiedlung die Instrumente des Denkmalschutzes (Einzeldenkmale, Denkmalbereichsatzung) sowie die Werkzeuge des Baugesetzbuches und der Landesbauordnung angewendet werden können: Die Bauordnung des Landes NRW ermöglicht, nach § 86, die Entwicklung bestimmter Gebiete mit einer „Gestaltungssatzung“ zu steuern. Durch eine solche Satzung oder durch Festlegungen im Bebauungsplan können inhaltliche Vorgaben zur Gestaltung von Gebäuden im Fall von Umbauten oder Neubauten in Baulücken reguliert werden.
Des Weiteren offeriert das Baugesetzbuch den Kommunen mit der „Erhaltungssatzung“ nach § 172 ein planungsrechtliches, städtebauliches Instrument, mit dem die historische Bausubstanz vor tiefgreifenden Veränderungen geschützt werden kann. Der Bergische Geschichtsverein Rhein-Berg und der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz halten es für notwendig, die Gartensiedlung „Gronauer Wald“ nachhaltig zu schützen und die verbliebene historische Bausubstanz zu bewahren und erlebbar zu machen.

Die Gronauer Waldsiedlung – Ein Ausblick

Bedeutend für die weitere Entwicklung der Gronauer Waldsiedlung war die „Regionale 2010“. Im Rahmen der Regionale entwickelten die Stadt Bergisch Gladbach und die Stadt Köln, eine Kultur- und Landschaftsachse „Strunder Bach“. Der kleine Bach, der die gewerbliche Entwicklung Bergisch Gladbachs als Mühlbach prägte, und sein Umfeld, wurde erlebbar gemacht. Das Konzept beinhaltet, die Gronauer Waldsiedlung in die Kultur- und Landschaftsachse durch eine Nebenroute mit anzubinden.
Der „Freundeskreis Gronauer Waldsiedlung“ hat sich Ende 2008 gegründet.  Dessen Öffentlichkeitsarbeit informiert mit Publikationen, Vorträgen und Führungen über die Siedlung über architektonische und städtebauliche Highlights, aber auch Fehlentwicklungen. Der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz (Ortsverband Köln) kürte die „Gronauer Waldsiedlung“ zum Denkmal des Monats Oktober 2008, den Aktionstag besuchten knapp 70 Bürgerinnen und Bürger.

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