Freundeskreis

Der Freundeskreis der Gartensiedlung Gronauerwald wurde im Dezember 2008 auf Initiative des Bergischen Geschichtsvereins sowie einiger Bewohner der Gronauer Waldsiedlung gegründet. Das Ziel: Die Bürgerinnen und Bürger sollen für die Geschichte sowie die Entwicklungen in der Gronauer Waldsiedlung sensibilisiert werden. Der Freundeskreis hat seitdem eine umfangreiche Presse- und Öffentlichkeitsarbeit initiiert. Zahlreiche Presseberichte und Aufsätze in Fachpublikationen konnten in den vergangenen Jahren veröffentlicht werden. Den bisherigen Höhepunkt in dieser Hinsicht stellt sicherlich das Gutachten des Architekturbüros Werling dar, durch das unter anderem eine umfangreiche Bestandsaufnahme möglich wurde. Die daraus hervorgegangene Gestaltungsfibel bietet umfassende Hilfestellungen für renovierungswillige Bauherren und Eigentümer.

Darüberhinaus bietet der Freundeskreis Gartensiedlung Gronauer Wald regelmäßig Führungen durch das Wohngebiet an.

Ziel der Initiative ist die Erhaltung und nachhaltige Weiterentwicklung der Gartensiedlung
Gronauerwald. Dazu gehören im Einzelnen folgende Punkte:

  • Gemeinsam mit der Stadt und den Bewohnern der Siedlung Regelungen bzw. Satzungen zur Erhaltung und Gestaltung der Siedlung zu erarbeiten.
    der Gebäude, der Gärten und Bäume.
  • Den Wohnwert der Siedlung zu erhalten und zu erhöhen z.B. durch verkehrsberuhigende Maßnahmen und durch Verschönerungen.
  • Die Bewohner in Fragen, die die Siedlung betreffen, zu beraten z.B. in Bau-, „Grün“- und Finanzierungsfragen.
  • Ein Gemeinschaftsgefühl zu entwickeln z.B. durch Veranstaltungen und Aktionen.
  • Die Siedlung nach innen und außen zu vertreten.
  • Die Geschichte der Siedlung zu erforschen und zu dokumentieren.

Das Erreichen dieser Ziele wird nur möglich sein, wenn genug Bewohner und Förderer aber auch die Stadt bereit sind, sich für diese einmalige Siedlung zu engagieren. Zum Zeitpunkt Mai 2013 bleibt vor allem seitens der Stadtverwaltung noch eine Menge zu tun, vor allem sind gültige Ratsbeschlüsse endlich umzusetzen.

Mehr Informationen hierzu bietet der Sachstandsbericht_GGW_Mai2013 PDF Download, 82KB

Unsere Erfolge

Im Verlauf der letzten Jahre hat der Freundeskreis bereits viele Ziel erreicht und zahlreiche spannende Aktionen organisiert. Dazu zählen:

  • 2009 Aufstellungsbeschluss Bebauungsplan des Stadtrates der Stadt Bergisch Gladbach
  • 2011 Ausweisung einer Denkmalbereichssatzung für Teile der Siedlung
  • 2011 Gutachten des Architekturbüros Werling, durch das unter anderem eine umfangreiche Bestandsaufnahme denkmalwürdiger Häuser möglich wurde. Die daraus hervorgegangene Gestaltungsfibel bietet umfassende Hilfestellungen für renovierungswillige Bauherren und Eigentümer.
  • 2014 Wiedereinführung einer Baumschutzsatzung — als einziger Stadtteil von Bergisch Gladbach
  • 2014 Erhaltungssatzung für das gesamte Siedlungsgebiet
  • 2014 Baumpflanzaktion von siedlungstypischen Bäumen in den privaten Gärten vieler Anwohner
  • 2015 Prüfung zahlreicher Gebäude auf ihre Denkmalwürdigkeit durch den Landschaftsverband Rheinland (LVR)
  • seit 2015 Verteilung von Flyern / Infobriefen über Neuigkeiten in der Siedlung
  • 2015 großes Sommerfest am zentralen Platz unter der Eiche im Denkmalbereich mit rund 150 Gästen, Open Air Konzert, Kaffee und Kuchen, Bierständen, Essensständen
  • seit 2015 Einbindung des Gestaltungsbeirats der Stadt Bergisch Gladbach für zukünftige Bautätigkeiten
  • 2016 Aufstellung eines Hinweisschilds auf den Denkmalbereich in Eigenregie
  • seit 2016 jährliche Teilnahme am Tag des offenen Denkmals der Deutschen Stiftung Denkmalpflege mit mehreren Führungen
  • 2017 großes Sommerfest am zentralen Platz unter der Eiche im Denkmalbereich mit rund 300 Gästen, Open Air Konzert mit lokalen Musikern aus der Nachbarschaft, Kaffee und Kuchen, Bierständen, Essensständen, Ansprache des Bürgermeisters – Vollsperrung des gesamten Platzes.
  • 2019 bis heute Gestaltung von 12 Schildern für den Rundweg durch die Siedlung mit einzelnen Erzählstationen; Offizielle Eröffnung durch den Bürgermeister, Vertreter des Freundeskreises und die Presse am 17.08.2020

Erhaltung

Nach Eva Kistemann (2000) ist der herausragende städtebauliche Wert der „Gronauer Waldsiedlung durch die Geschlossenheit der Anlage sowie ihrer sozialen und baugeschichtlichen Bedeutung für Bergisch Gladbach begründet.
Die gestalterische Gesamtkonzeption des Gartenarchitekten Albert Brodersen ist auch heute noch in ihren Grundzügen in der Siedlung erlebbar. Insbesondere die großzügigen Grundstückszuschnitte sowie die parkartige Anlage des Wohngebietes mit den in die Bebauung integrierten Bäumen verleihen der Siedlung auch heute noch einen hohen Wohnwert. Darüber hinaus achteten die Gründer der Siedlung auf eine qualitativ hochwertige architektonische Gestaltung der Wohngebäude. Insbesondere hier sind heute die Potentiale der Gronauer Waldsiedlung zu sehen.
Als problematisch ist jedoch in einigen Bereichen der Siedlung der individuelle Umbau von Wohnhäusern zu betrachten: Sprossenfenster wurden durch ungeteilte Normfenster ersetzt; die Fassaden der Wohnhäuser wurden mit Wärmedämmsystemen und Verkleidungen verändert, es wurden Anbauten errichtet, die nicht zu dem ursprünglichen Baukörper passen. Durch Sanierungsarbeiten wurde das ursprüngliche Erscheinungsbild vieler Gebäude verändert.

Schutz und Erhaltung in der Gronauer Waldsiedlung

Aktuell existiert für die Gronauer Waldsiedlung kein Schutzkonzept zur Erhaltung der historischen Bausubstanz und des Erscheinungsbildes der Siedlung. Derzeit sind lediglich zehn Häuser als Baudenkmäler eingetragen. Durch den Schutz einzelner Wohnhäuser ist die Erhaltung des ursprünglichen Gesamtcharakters des Wohngebietes nicht zu gewährleisten. Um einer weitergehenden Veränderung vorzugreifen ist es wichtig, ein denkmalpflegerisches Schutzkonzept zu entwickeln, um den Charakter und die Eigenart der Siedlung zu bewahren.

Denkmalschutz in der Gronauer Waldsiedlung

Zu diskutieren ist hierbei, ob hinsichtlich der Erhaltung des Siedlungsbildes in der Gronauer Waldsiedlung die Instrumente des Denkmalschutzes (Einzeldenkmale, Denkmalbereichsatzung) sowie die Werkzeuge des Baugesetzbuches und der Landesbauordnung angewendet werden können: Die Bauordnung des Landes NRW ermöglicht, nach § 86, die Entwicklung bestimmter Gebiete mit einer „Gestaltungssatzung“ zu steuern. Durch eine solche Satzung oder durch Festlegungen im Bebauungsplan können inhaltliche Vorgaben zur Gestaltung von Gebäuden im Fall von Umbauten oder Neubauten in Baulücken reguliert werden.
Des Weiteren offeriert das Baugesetzbuch den Kommunen mit der „Erhaltungssatzung“ nach § 172 ein planungsrechtliches, städtebauliches Instrument, mit dem die historische Bausubstanz vor tiefgreifenden Veränderungen geschützt werden kann. Der Bergische Geschichtsverein Rhein-Berg und der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz halten es für notwendig, die Gartensiedlung „Gronauer Wald“ nachhaltig zu schützen und die verbliebene historische Bausubstanz zu bewahren und erlebbar zu machen.

Die Gronauer Waldsiedlung – Ein Ausblick

Bedeutend für die weitere Entwicklung der Gronauer Waldsiedlung war die „Regionale 2010“. Im Rahmen der Regionale entwickelten die Stadt Bergisch Gladbach und die Stadt Köln, eine Kultur- und Landschaftsachse „Strunder Bach“. Der kleine Bach, der die gewerbliche Entwicklung Bergisch Gladbachs als Mühlbach prägte, und sein Umfeld, wurde erlebbar gemacht. Das Konzept beinhaltet, die Gronauer Waldsiedlung in die Kultur- und Landschaftsachse durch eine Nebenroute mit anzubinden.
Der „Freundeskreis Gronauer Waldsiedlung“ hat sich Ende 2008 gegründet.  Dessen Öffentlichkeitsarbeit informiert mit Publikationen, Vorträgen und Führungen über die Siedlung über architektonische und städtebauliche Highlights, aber auch Fehlentwicklungen. Der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz (Ortsverband Köln) kürte die „Gronauer Waldsiedlung“ zum Denkmal des Monats Oktober 2008, den Aktionstag besuchten knapp 70 Bürgerinnen und Bürger.

Kommentar verfassen