Ein Haus auf Wanderschaft

Es ist relativ bekannt, dass eines der schönsten Gebäude am Platz an der Eiche (Gronauer Waldweg 32/34) ursprünglich am Unterlerbacher Hof stand und durch „Translozierung“ in die Siedlung kam. Es diente damals als erstes Gebäude der neuen Waldsiedlung dem Architekten Bopp als Büro. Dass aber auch ein weiteres Gebäude am Originalstandort abgebaut und in der Siedlung neu errichtet wurde, hat jetzt Professor Werling herausgefunden, der zur Zeit an einem Buch über „Die Fabrikbauten auf Gohrsmühle“ arbeitet. So war das Doppelhaus an der Ecke Richard-Zanders-Straße/Gronauer Waldweg (genau davor steht seit einigen Jahren unser braunes Schild mit dem Hinweis auf den Denkmalbereich) zuvor das Wohnhaus der Familie Zanders an der Gohrsmühle. Dort war es Teil eines Ensembles aus Wohn-, Lager- und Produktionsstätten und musste wegen des Ausbaus der Papierfabrik weiteren industriellen Bauten weichen. Mehr dazu finden Sie in einem interessanten Artikel beim KSTA.

Bauherren unserer Siedlung: Oskar Lindemann

Hier stellen wir Ihnen die Architekten und Landschaftsbauer unserer Siedlung vor:

Der in Nordhausen geborene Architekt war ab 1900 in Bergisch Gladbach zunächst für Ludwig Bopp tätig. Später entstanden hier nach seinen Ent-würfen einige repräsentative Bürgerhäuser. Innerhalb unserer Gronauer Waldsiedlung zeigen die von ihm am Gronauer Waldweg errichteten Beamtenhäuser sowie die Arbeiterhäuser am Kiefernweg eine reiche Formensprache. Auffallend sind seine mit zahlreichen Schmuckverzierungen und Schnitz-werk versehenen Erker- und Eckfensterausbildungen. Sie stellen in der Gronauer Waldsiedlung eine architektonische Bereicherung der Fassaden-gestaltung dar.  Leider beendete sein früher Tod zu Anfang des 1.  Welt-krieges sein erfolgreiches Schaffen.

Text: Manfred-Walter Kautz
Aus dem Infobrief 4/2017