Der Freundeskreis plant weitere Baumpflanzaktion

Viele haben ihn schon bemerkt, den Verlust von großen, prägenden Bäumen in der Gartensiedlung Gronauerwald. Die Ursachen sind vielfältig: Bauvorhaben wie z.B. aktuell Am Birkenbusch, bauliche Verdichtung z. B. durch Anbauten oder Garagen, Wurzelschädigungen der Vergangenheit oder wie zuletzt durch Trockenheit und Schädlingsbefall. So hat sich das grüne Siedlungsbild in den letzten Jahren schleichend negativ verändert. Die großen, alten, charakterprägenden Bäume werden zunehmend weniger und teilweise wird gar nicht oder es werden nur kleinkronige Bäume nach-gepflanzt. 
Dieser Entwicklung möchte der Freundeskreis entgegen wirken. Bereits in 2015 konnten Garten- und Baumfreunde der Gartensiedlung für eine Pflanzaktion gewonnen werden. Diese Aktion soll nun für Anwohner der Gartensiedlung wiederholt werden. Seinerzeit hatte die Stadt (StadtGrün) die Aktion mit einen Zuschuss von 50% aus einem zweckgebundenen Fördertopf unterstützt. Darüber hinaus hatte sie die Pflanzenbestellung bei einer Vertragsbaumschule durchgeführt und so neben der Gewähr auf gute Pflanzenqualität einen hohen Rabatt auf den Einkaufspreis an die Bauminteressenten weitergeben können. 
Hier ein unverbindliches Beispiel: Baumkosten € 100,- abzüglich ca. 70 % Rabatt abzüglich 50 % Förderung ergibt für den Baumfreund einen Preis von € 15,- (statt € 100,-). Als einzige Bedingung gilt: Es müssen Baumarten aus der Liste der Charakterbäume gewählt werden. Sie wurde als Anlage zur städtischen Satzung zum Schutz von Bäumen und Hecken in der Gartensiedlung Gronauerwald erstellt.
Gelistet sind darin z. B. Birke, Buche, Walnuss, Waldkiefer, Eiche, Erle, Esche, Linde, Esskastanie und alle Arten von Obstbäumen. Interessenten können ihre Baumwünsche bis zum 24.02.2020 anmelden bei:
Frank Grobolschek, Gronauer Waldweg 37, Tel. 0172-1317957,
Mail: frank.grobolschek@fggw.de
.Frank Grobolschek wird die Baumwünsche in einer Liste sammeln und diese an StadtGrün weiterreichen. Die Baumbestellung erfolgt durch StadtGrün. Die Pflanzenlieferung inclusive Baumpfahl erfolgt im März 2020. Der genaue Liefertermin wird rechtzeitig bekannt gegeben. Die Pflanzung erfolgt in der Regel durch den Besteller.
Auf Wunsch hilft der Freundeskreis bei der Pflanzung und gibt Hinweise zum Pflanz- und Erziehungsschnitt. Der private Kostenanteil kann bar oder per Überweisung an Frank Grobolschek erfolgen, der alle Kostenanteile in einer Summe an die Stadt überweist.
Text: Thomas Klostermann


Pflanzaktion 2014

Begrünen Sie Ihre Fassade!

Mit Efeu überwucherte Fassaden gab es wohl schon in der Antike – aber erst im späten 19. Jahrhundert wurde die gezielte Begrünung von Hauswänden architektonisch eingeplant. Dazu wurden und werden Rankhilfen (sie haben viele Namen: Rankgitter, Spalier, Kletterhilfe) verwendet, die den Pflanzen das vertikale Wachstum erleichtern bzw. ermöglichen.

Romantisch bewachsene Bauwerke sehen nicht nur toll aus, sie bieten auch eine Reihe von wichtigen Vorteilen. So haben die Pflanzen eine temperaturausgleichende Wirkung, sie dienen also als Schutz vor Kälte im Winter und vor Hitze im Sommer. Sie binden Feinstaub, befeuchten und kühlen die Luft und sorgen damit für ein sauberes, frisches Stadtklima. Die Pflanzenwurzeln sorgen für eine gute Drainagewirkung und verhindern Staunässe am Fundament, indem sie das Erdreich auflockern. Die Pflanzen bieten Vögeln und Insekten einen Lebensraum. Sie wirken schallschluckend und das Grün ruft positive Emotionen hervor.

Auch die historischen Bauvorschriften für die Gartensiedlung sahen begrünte Fassaden vor: „… Beerenobst, einige Ziersträucher und Stauden fehlen nirgends; die Hauswände sind mit Spalierobst oder blühenden Gewächsen berankt“ (aus den Bauvorschriften  von Zanders). Wie in der Gestaltungsfibel nachzulesen ist, sollten dafür nach historischem Vorbild profilierte Holzgerüste mit einem Raster von etwa 30–35cm benutzt werden – aber auch verspannte Drähte seien akzeptabel, solange die Rankhilfen die Elemente der Fassade gliedern, anstatt sie durch eigenständige Formen zu stören. Wer noch originale Baupläne von seinem Haus hat, kann sich dort Anregungen holen.

Wichtig ist die Auswahl geeigneter Pflanzen, denn nicht alle Rank- und Kletterpflanzen vertragen sich mit einem klassischen Rankgitter, wie es zur Bauzeit typisch für die Gronauer Waldsiedlung war. Tatsächlich kann eine Rankhilfe für die eine Pflanze wuchsbehindernd wirken, während sie für andere hilfreich ist. Bedenken muss man außerdem, dass beispielsweise  der klassische Efeu gerne in jede Ritze hineinwächst, einige Pflanzen mit der Zeit dicke Stämme und Wurzeln bilden, die Schäden an der Fassade oder an Rohren im Erdreich hervorrufen können und die Begrünung für zusätzliches Ge-wicht an der Fassade sorgt. In diesen Gesichtspunkten sollten Sie sich fachmännisch beraten lassen. Von der Ästhetik des vielen Grüns in unserer Siedlung können Sie sich dagegen ganz leicht selbst bei einem Spaziergang überzeugen und in Gedanken schon mal überlegen, ob Sie Ihr Heim nicht auch mit einer berankten Fassade verschönern wollen.

Text: Till Erdmenger
Aus dem Infobrief 4/2017