Baumpflanzaktion: Lieferung am 4.12.2020

Baumpflanzaktion: Lieferung am 4.12.2020

Im Frühjahr 2020 rief der Freundeskreis der Gartensiedlung Gronauerwald die Anwohner dazu auf, neue Bäume in Bergisch Gladbachs historischer Siedlung zu pflanzen. Der Verlust großer, charakterprägender Bäume ist in den letzten Jahren zunehmend sichtbar geworden. Ursachen sind Neubauvorhaben, An- und Umbauten, baubedingte Schädigungen an Wurzeln, aber auch die durch den Klimawandel bedingte Trockenheit mit dadurch verstärktem Schädlingsbefall zeigen Wirkung. Dieser negativen Entwicklung möchte der Freundeskreis entgegenwirken und die teilweise licht und kahl gewordene Siedlung wieder grüner werden lassen.

Die Koordination der Baumpflanzaktion übernahm der Freundeskreis in ehrenamtlicher Arbeit. Mit Unterstützung der städtischen Abteilung StadtGrün konnte der Freundeskreis den Siedlungsbewohnern ein kostengünstiges Angebot machen. Auf Grund einer Sammelbestellung von fast 70 Bäumen konnten Mengenrabatte genutzt und günstige Preise erzielt werden. Darüber hinaus gibt die Stadt einen Zuschuss aus einem Fördertopf, der zweckgebunden für die Anpflanzung neuer Bäume im Stadtgebiet zur Verfügung steht. 

Viele Anwohner haben sich deshalb für die Pflanzung eines Baumes oder mehrerer Bäume entschieden. Gefördert wurden Bäume, die in der Baumschutzsatzung der Gartensiedlung Gronauerwald als siedlungstypisch und somit charakterstärkend gelistet sind. Dazu zählen beispielsweise Wald- und Parkbäume wie Buche, Eiche, Linde und Waldkiefer, aber auch Walnuss und insbesondere alle Arten von Obstbäumen, die auch den Großteil der Bestellung ausmachen. Sonstige Gartengehölze wurden nicht gefördert. 

Die Baumpflanzaktion findet zum zweiten Mal statt. Zuletzt wurden 2014 etliche neue Bäume von engagierten Anwohnern in der Gartensiedlung gepflanzt. In diesem Jahr musste die Baumpflanzaktion – bedingt durch die Corona-Pandemie – vom Frühjahr in den Winter verschoben werden. Konform mit den geltenden Kontaktbeschränkungen sollen nun zeitnah die bestellten Bäume an die neuen Besitzer übergeben werden.

Die Bäume werden am Freitag, den 4.12.2020 am Platz An der Eiche angeliefert. Alle kleineren, wurzelnackten Obstbäume sollen im Laufe des Tages von den Bestellern abgeholt und von diesen weitgehend selbstständig gepflanzt werden. Unter sachkundiger Anleitung von Thomas Klostermann von StadtGrün sowie mit Unterstützung der „Bergischen Obstwiesenretter“ Michael Müller und Gabi Lieberoth erhalten die naturverbundenen Siedlungsbewohner nicht nur ihre Bäume, sondern auch viele Tipps zum Einpflanzen, zum Pflanzschnitt und zur zukünftigen Pflege der neuen Bäume. Weitere Infos zur Abholung folgen.

Frankenforster wehren sich mit Klage gegen Nachverdichtung

Normalerweise regelt §34 des Baugesetzbuchs, welche Neubaupläne genehmigt werden dürfen. Liegt für einen Ort kein detaillierter Bebauungsplan vor, müssen sich Neubauten in der Anzahl der Geschosse, der Firsthöhe und der Kubatur bzw. Größe der Grundfläche an den benachbarten Gebäuden orientieren. Dies soll üblicherweise verhindern, daß in einer Einfamilienhaussiedlung riesige Bauten mit vielen Wohnungen entstehen und das gewachsene Umfeld gestalterisch zerstören. Nun hat sich die Stadt Bergisch Gladbach aber die Nachverdichtung auf die Fahnen geschrieben. Was im Grunde eine sinnvolle Idee ist, um brachliegende Grundstücke im innerstädtischen Bereich einer wohnlichen Nutzung zuzuführen. Bezahlbarer Wohnraum ist auch in Bergisch Gladbach knapp.

Am Froschpfad in Neu-Frankenforst führte diese städtische Vorgabe nun aber zu Empörung unter den Anliegern – und zu einer Klage. Dort wurde ein Einfamilienhaus mit Vorgarten und Garten abgerissen, ein 3-geschossiger Neubau mit Flachdach und versiegelten Parkflächen vor dem Haus befindet sich bereits im Rohbau. Die Nachbarn finden beim Fachbereichsleiter Planen und Bauen der Stadt Bergisch Gladbach aber kein offenes Ohr: Ein Neubau müsse sich nicht an den unmittelbar benachbarten Gebäuden orientieren, um genehmigt zu werden. Es reiche der Vergleich zu Häusern, die in der Umgebung stehen. Für einen Bebauungsplan fehle zudem jede Rechtsgrundlage, wird der Bereichsleiter heute in der Bergischen Landeszeitung/Kölner Stadtanzeiger zitiert. Ein solcher dürfe nur aufgestellt werden, wenn er für die städtebauliche Entwicklung notwendig sei.

Mit der Sorge vor rücksichtsloser Nachverdichtung stehen die Frankenforster nicht alleine. Auch in der historischen Gronauerwald-Siedlung sind die Folgen des sorglosen Umgangs mit der städteplanerischen Verantwortung für (historische) Viertel bereits sichtbar und stellenweise wird der Charakter der Gartenstadt schon durch moderne Mehrfamilienhäuser oder unpassende Anbauten zerstört.

Aus diesem Grund hat der Freundeskreis der Gartensiedlung Gronauerwald schon vor vielen Jahren darauf gedrängt, dass ein Bebauungsplan für die Siedlung aufgestellt wird. Obwohl der Stadtrat dies bereits zweimalig beschlossen hat, rührt sich die Stadtverwaltung nicht – es gibt bis heute keinen Bebauungsplan. Es ist unverständlich und unzeitgemäß, dass Vorgärten in einer Gartensiedlung für den Nachweis von Stellplätzen versiegelt werden müssen oder mit Granitschotter zugeschüttet werden dürfen – wie es in unserer Nachbarschaft schon vielfach sichtbar ist.

In Frankenforst sind nun bereits Tatsachen geschaffen worden. Es dürfte unwahrscheinlich sein, daß die Anwohner mit ihrer Klage einen Baustop und Abriss erreichen werden. Wir stehen dennoch hinter den Sorgen der Frankenforster und hoffen darauf, daß die verantwortlichen Stellen der Stadt Bergisch Gladbach zukünftig gewachsene Strukturen einmal persönlich in Augenschein nehmen, bevor fragwürdige Entscheidungen gefällt werden.

Erinnerung: Unser Angebot für Nachbarschaftshilfe

Der 2. Lockdown läuft und wir alle müssen weiterhin Abstand halten. Im Internet können wir aber zusammenrücken und uns austauschen – und damit jede notwendige Form von Nachbarschaftshilfe anbieten. Ob Ihr einfach mal jemanden zum quatschen braucht, Lammfell-gefütterte Mund-Nasen-Masken für den Winter näht oder Euch eine Rolle Klopapier ausborgen müsst: Schließt Euch zusammen in unserer Gruppe auf Facebook!

Wer bei uns in der Siedlung Hilfe braucht oder Hilfe anbieten möchte, findet unsere Gruppe hier: https://www.facebook.com/groups/fggw.nachbarschaftshilfe/

Ladet gerne auch Eure Nachbarn zu dieser Gruppe ein!

Passt auf Euch auf und bleibt gesund!

„Regionale“-Schild gereinigt

Unter Aufwand von Lösungsmitteln, Scheuerschwämmen, Muskelschmalz und Zeit hat der Freundeskreis das Schild der „Regionale 2010“ von Graffiti und Schmierereien gesäubert. Das Schild, das am Platz an der Eiche in unmittelbarer Nähe zum Olivenhof zu finden ist, stellt seit etlichen Jahren unsere Siedlung vor und erklärt die Idee der Gartenstadt-Bewegung. Seit einiger Zeit war es leider dermaßen verunstaltet, dass man Texte und Abbildungen kaum noch erkennen konnte.