Ausstellung zur Gartensiedlung Gronauer Wald findet großes Echo

Ausstellungseröffnung zur Gartensiedlung Gronauer Wald
Großer Andrang bei der Ausstellungseröffnung am 20.06.2011 im Kulturhaus Zanders

Die am 20.06.2011 im Kulturhaus Zanders eröffnete Ausstellung zur Gartensiedlung fand eine sehr große Resonanz. Der Saal des Kulturhauses konnte nicht alle Ausstellungsbesucher fassen, die den Eröffnungsworten von Bürgermeister Lutz Urbach und dem Fachvortrag von Prof. Michael Werling gespannt erwarteten.

Die Stadt Bergisch Gladbach richtet diese Ausstellung zusammen mit dem Freundeskreis und der Kulturstiftung Zanders aus. Viele der Exponate sind im Rahmen einer vorher veröffentlichten Aktion von ehemaligen oder derzeitigen Bewohnern dem Archivar der Stadt Bergisch Gladbach Dr. Eßer übergeben worden.

Die schon mit Neugier erwartete Gestaltungsfibel von Prof. Werling liegt nun in gedruckter Form vor. Exemplare davon können auch im Rahmen der Ausstellung gegen eine Spende erworben werden.

Die Ausstellung ist noch bis zum 17.07.2011 jeweils dienstags, donnerstags und sonntags von 15:00 bis 18:00 geöffnet. Der Eintritt ist frei

Übergabe des Gutachtens zur Gartensiedlung

Übergabe des Gutachtens im Rathaus GL
Prof. Dr.-Ing. Michael Werling (re.) erläutert das Gutachten des Architekturbüros Vogt-Werling bei der Übergabe an Bürgermeister Lutz Urbach (li.) und Stadtbaurat Stephan Schmickler.

Das vom Architekturbüro Vogt-Werling erstellte Gutachten mit beigefügtem Gestaltungshandbuch für die Gartensiedlung Gronauer Wald wurde dem Bürgermeister im Rathaus der Stadt Bergisch Gladbach übergeben. Das Gutachten war mit Mitteln der Regionale 2010 finanziert worden. Den nötigen Eigenanteil der Stadt in Höhe von über 4.000,- EUR brachte der Freundeskreis Gartensiedlung Gronauer Wald durch eine Spendensammlung – zum Teil auch bei Bewohnern der Gartensiedlung – auf. Für die Stadt Bergisch Gladbach konnte das Gutachten dadurch praktisch kostennneutral realisiert werden.

Sommertreff 18.09.2010

Nach fast zwei Jahren kontinuierlicher Arbeit für die Gartensiedlung Gronauer Wald stellte der Freundeskreis seine Arbeit im Rahmen eines Sommertreffs im Gasthaus „Zur Eiche“ vor. Politik, Verwaltung und interessierte Bürger kamen zu der Veranstaltung, auf der auch Prof. Werling den aktuellen Stand seiner Bestandserhebung und des Gestaltungshandbuches erläuterte.

Professor Dr.-Ing. Michael Werling, Jahrgang 1950, ist seit 1990 Professor für Baugeschichte, Stadtbaugeschichte und Entwerfen an der Fakultät für Architektur der FH Köln. Er ist Herausgeber und Autor zahlreicher Veröffentlichungen zur Baugeschichte und Denkmalpflege.

Bürger retten ihr Regionale-Projekt

Scheckübergabe beim Bürgermeister von Bergisch Gladbach, Holger Urbach
Scheckübergabe beim Bürgermeister von Bergisch Gladbach, Holger Urbach

Ein bisher einmaliger Vorgang in der Bergisch Gladbacher Stadtgeschichte fand vor einigen Tagen im Rathaus statt: Bürger, die sich im Freundeskreis Gartensiedlung Gronauer Wald (FGGW) ehrenamtlich für den Erhalt der über 100 Jahre alten Siedlung einsetzen, sammelten in Zusammenarbeit mit dem Bergischen Geschichtsverein Spenden, um den städtischen Eigenanteil eines die Siedlung betreffenden Regionale 2010 Projekts aufzubringen und dieses Projekt damit auch in Zeiten des Bergisch Gladbacher Nothaushalts zu realisieren.

Insgesamt 4.100,- EUR wurden als Eigenanteil benötigt – und nun von den Bürgern aufgebracht – um eine Bestandsaufnahme der erhaltenswürdigen Bausubstanz und des Grüns der Gartensiedlung sowie ein Gestaltungshandbuch mit handlungsrelevanten Empfehlungen erstellen zu lassen. Eingebettet ist das Vorhaben in das Regionale 2010 Projekt „Kultur- und Landschaftsachse Strunder Bach“.

Im Februar 2010 hatte der Bergisch Gladbacher Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz und Verkehr beschlossen, ein spezielles Fachbüro zu beauftragen, eine Bestandsaufnahme der Gebäude, der Freiräume und des Grüns der Siedlung vorzunehmen. Bürgermeister Urbach und Stadtbaurat Schmickler sagten zudem zu, dass das externe Fachbüro auch umsetzungsorientierte Analysen und Maßnahmeempfehlungen im Sinne von Satzungen oder Handbüchern erarbeiten soll. Damit war ein wichtiges Zwischenziel für den Erhalt der Gartensiedlung Gronauer Wald und ihres speziellen Charakters erreicht. Die Auftragserteilung ließ sich wegen des fehlenden Eigenanteils der Stadt allerdings bisher nicht realisieren.

Bisher stehen in der Gronauer Waldsiedlung lediglich das Ensemble an der Eiche und einige wenige einzelne Häuser unter Denkmalschutz. Bei einem Gang durch die malerische Siedlung stellt jedoch auch der unbedarfte Spaziergänger fest, wie viele Häuser in der Tat erhaltenswürdig erscheinen. Eine Erweiterung des Denkmalschutzes um zusätzliche Objekte wird seit längerem geprüft, bisher ohne konkretes Ergebnis.

In der Gartensiedlung Gronauer Wald ist noch viel zu tun: Von den vorbildlich geschützten Siedlungen wie etwa in Leverkusen-Wiesdorf oder in Essen auf der Margaretenhöhe, wo es jeweils sogar ein eigenes Museum mit umfassender Dokumentation gibt, ist man – auch im Hinblick auf den Denkmalschutz – in Bergisch Gladbach sehr weit entfernt. Die Umsetzung eines vom Fachamt empfohlenen Denkmalsbereichs, weiterer Schutz für Einzelobjekte und ein abgestimmtes Konzept mit verbindlichen Gestaltungsregelungen, die mit den Betroffenen abgestimmt sind, gehören zu den wichtigsten Zielen des Freundeskreises für diese überregional bedeutende Siedlung. Denn dass die Gartensiedlung Gronauer Wald bereits zehn Jahre vor der allgemein als „erste Gartensiedlung Deutschlands“ titulierten Margaretenhöhe ihren Ursprung hat, diesbezüglich also sogar die Geschichte des Städtebaus in einem Detail nachhaltig umzuschreiben wäre, ist unter Bergisch Gladbacher Bürgern ebenso wie unter Fachleuten immer noch weitgehend unbekannt.